01.06.2021

Unsere Vortragsreihe zu Kolonialismus

Ein digitales Angebot

 

Eigentlich sollten im Jahr 2020 noch deutlich mehr der postkolonialen Stadtrundgängen durch Bremen stattfinden – doch aufgrund der Pandemie musste Christina Hübner, Bildungsreferentin für Ökumenische Diakonie, umdenken und schaffte stattdessen ein Online-Angebot zum Thema Kolonialismus.

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Chancen nutzen

„Der Schritt von realen Begegnungen mit Menschen zu einem Konzept, das nur online stattfindet, erfordert zwar erstmal ein Umdenken, bietet aber auch Chancen“, findet Christina Hübner. So sei online die Teilnehmerzahl nicht mehr auf zehn begrenzt und es können viel mehr Interessierte erreicht werden, die vielleicht vor Ort keine Veranstaltung besucht hätten - etwa weil sie nicht in Bremen wohnen, keine Anreisemöglichkeit haben oder vor einer verbindlichen Anmeldung in Zeiten einer Pandemie zurückschrecken.

Auch die Themenfindung für das Online-Angebot unterscheidet sich von den Stadtrundgängen. Christina Hübner war es wichtig, ein möglichst breites Themenfeld anzubieten, um den Interessierten einen Überblick geben und erstes Interesse wecken zu können. So bot ein Vortrag beispielsweise einen Einblick in die Geschichte Afrikas. „Das ist ein echtes Herzensthema für mich“, so die Bildungsreferentin, „denn Afrika hat auch eine Geschichte jenseits der Weißen und der Kolonialisierung. Das wird gerade hier in Europa oft vergessen.“

Das Thema „(Post)-Koloniale Erinnerungsorte“ war wiederum eine Weiterführung der Stadtrundgänge. Nachdem die Orte der (post)-kolonialen Erinnerung in Bremen so gut ankamen, weitete Christina Hübner die Idee auf die deutsche Kolonialgeschichte aus. Der Gedanke dazu kam ihr vor allem, so die Bildungsreferentin, weil sie in diesem Bereich promoviert. Die Veranstaltung war erfreulicherweise gut besucht und es herrschte großes Interesse am Thema, sodass eine Fortsetzung denkbar wäre.

Ein weiterer Vortrag beleuchtete Perspektiven der Entwicklungszusammenarbeit und schlug damit einen Bogen zwischen Christina Hübners eigener Rolle als Bildungsreferentin im Diakonischen Werk und dem Thema Kolonialismus. Hier wurden Entwicklungsarbeit und Weltbilder kritisch hinterfragt und der Inhalt des Vortrags wurde von den Teilnehmer*innen angeregt diskutiert.

Digitale Formate bringen Menschen zusammen

Insgesamt wurde das digitale Format bisher sehr gut angenommen und es kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen. So waren unter den Teilnehmer*innen Ehrenamtliche aus den Diakonischen Werken, aber auch Personen aus der entwicklungspolitischen Szene und der Politik. Auch die Altersspanne erstreckte sich von Studierenden bis hin zu Senior*innen. „Vor Ort passiert sowas eher selten“, erzählt Christina Hübner. „Sogar Mitarbeitende von Brot für die Welt waren aus Berlin zugeschaltet, das wurde natürlich erst durch dieses Online-Format möglich.“

Liegt persönlich am Herzen

Insgesamt konnte sich die Bildungsreferentin über 130 Anmeldungen freuen - beeindruckend für ein Nischenthema, das der Kolonialismus in Deutschland leider immer noch ist. Christina Hübner hat aber nicht nur ein berufliches Interesse an diesem Gebiet, es liegt ihr auch persönlich sehr am Herzen. Sie betont, dass eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist, um die Gegenwart zu verstehen. Dabei überschattet die jüngere Vergangenheit Deutschlands allerdings oft das Themenfeld des Kolonialismus. „Der heutige Wohlstand in Europa ist auf dem Rücken der Kolonialisierten entstanden. Das koloniale Erbe um uns herum war immer präsent, aber wir haben es, anders als zum Beispiel die Zeit des Nationalsozialismus, kaum kritisch hinterfragt und aufgearbeitet“, so Hübner. Erst seit etwa zehn Jahren änderte sich das Bewusstsein dafür. Die Menschen seien nun bereit, sich zu informieren. Das zeige auch das große Interesse an der Vortragsreihe.

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Text: Sarah Meyer

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