11.09.2021

Housing first ist gut – mehr bezahlbare Wohnungen sind besser

Diakonie Bremen setzt sich am Tag der Wohnungslosen für bezahlbaren Wohnraum ein


Anlässlich des Tag der Wohnungslosen, ein Aktionstag der jährlich am 11. September an die Situation der Wohnungslosen in Deutschland erinnert, fordert die Diakonie Bremen erneut mehr bezahlbaren und angemessenen Wohnraum. Schon seit Jahren setzt sich der Wohlfahrtsverband – unter anderem im Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen – für mehr bezahlbaren und angemessenen Wohnraum in Bremen ein. Denn die Zahlen der Wohnungslosen in der Hansestadt steigen immer weiter – nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie.

Wohnen ist ein Menschenrecht

„Ein Dach über dem Kopf zu haben ist ein menschliches Grundbedürfnis, ja sogar ein Menschenrecht“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V.  Dennoch gibt es in Bremen mehrere hundert, vielleicht sogar mehr als tausend Menschen, ohne Bleibe. Wohnungslos in einer Notunterunterkunft, auf dem Sofa von Freunden oder gar auch der Straße zu leben ist ein hartes Schicksal. „Platte zu machen“ kann sogar lebensbedrohlich sein – denn Kälte im Winter und Hitze im Sommer sind für wohnungslose Menschen gefährlich. In Bremen gibt es zahlreiche Hilfsmöglichkeiten – Streetwork, Beratung und Unterkünfte. Doch das allein reicht nicht aus, es muss auch etwas gegen die Ursachen von Wohnungslosigkeit, wie die steigende Mieten getan werden.

"Wir brauchen im Land Bremen schlicht und ergreifend mehr bezahlbare und angemessene Wohnungen. Bremen hinkt den Plänen für sozial-ökologischen Wohnraum deutlich hinterher“, betont Meyer. „In Bremen, wo inzwischen bereits jede*r Vierte zu den Armen gezählt werden muss, müssen die Themen Armut und Wohnungslosigkeit dringend deutlich höher auf der politischen Agenda stehen.“ Daran erinnert die Diakonie Bremen am Tag der Wohnungslosen.

„Housing first ist ein wichtiger Baustein, doch wird alleine nicht ausreichen. Wir brauchen mehr bezahlbare und angemessene Wohnungen in Bremen. Das ist eine Aufgabe, die Politik und Wohnungswirtschaft endlich konsequent umsetzen müssen, damit sich die Zahl der Wohnungslosen nicht immer weiter erhöht“

Landesdiakoniepastor Manfred Meyer

Zuerst die Wohnung

Die Diakonie Bremen begrüßt die Initiative des Senats für Housing First. Dabei wird, um zu unterstützen, regulärer Wohnraum an die erste Stelle gerückt. Das ist ein entscheidender Unterschied zur bisher praktizierten Hilfe für wohnungs- und obdachlose Menschen. In ihrer Wohnung sollen die Betroffenen gut betreut werden und die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Housing first nimmt mit diesem Ansatz vor allem die Wohnungslosen in den Blick, die bisher mit dem bestehenden System nicht erreicht werden. Also beispielsweise diejenigen, die nicht zur Zentralen Fachstelle für Wohnen, zum Jobcenter oder in Notunterkünfte gehen möchten oder können.

„Housing first ist ein wichtiger Baustein, doch wird alleine nicht ausreichen. Wir brauchen mehr bezahlbare und angemessene Wohnungen in Bremen. Das ist eine Aufgabe, die Politik und Wohnungswirtschaft endlich konsequent umsetzen müssen, damit sich die Zahl der Wohnungslosen nicht immer weiter erhöht“, betont Meyer. Durch steigende Mieten aber auch durch Effekte der Corona-Pandemie waren zuletzt die Zahl der Wohnungslosen wieder deutlich angestiegen.

Die Wohnungsfrage ist zu einer zentralen Frage sozialer Gerechtigkeit geworden. Wohnen ist ein Menschenrecht. Alle Menschen mit ausreichendem und menschen­würdigem Wohnraum zu versorgen, ist daher eine herausragende sozialpolitische Aufgabe. Das sagt die Diakonie Deutschlan zu diesem Thema

Text: Regina Bukowski

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