07.09.2021

Wo Menschen sich begegnen

Sozialdiakonische Arbeit in Bremen

 

Zehn verschiedene Stadtteile, zehn unterschiedliche Angebote, ein gemeinsames Ziel – die sozialdiakonische Arbeit in Bremen macht Kirche erlebbar und schafft Möglichkeiten der Begegnung. „Ich mache diese Arbeit seit zehn Jahren. Ich war noch nie solange in einem Job, aber für mich ist es eigentlich gar keine Arbeit. Denn so kann ich meine Vorstellungen von sozialer und ökologischer Gerechtigkeit in die Tat umsetzen“, sagt Christoph Buße, Mitarbeiter in einer sozialdiakonischen Stelle der BEK, auch intern 10-B-Stellen genannt. Er arbeitet im Stadtteil Vahr und ist in der Evangelischen Kirchengemeinde in der Neuen Vahr für die sozialdiakonische Arbeit zuständig. „Die Vahr ist ein bunter Stadtteil. Hier leben viele verschiedene Kulturen. Für mich ist das das New York des Bremer Ostens“, so Buße.

Miteinander im Stadtteil

"Für uns ist das Miteinander im Stadtteil wichtig. Deshalb bieten wir in unserer Gemeinde einen ganzen Blumenstrauß an Projekten an“, so der Sozialarbeiter. Das Projekt Mahlzeit (Mittagessen und Kleiderkammer für Kinder) und auch einen kleinen Umsonstladen gab es in der Gemeinde schon, als Christoph Buße dort anfing. Diese Angebote wurden aber in den vergangenen zehn Jahren deutlich ausgebaut. „Wir bieten neben dem Sozialkaufhaus zum Beispiel auch eine Fahrradwerkstatt, ein Repair Café, eine Nähwerkstatt und Hausaufgabenhilfe. Insgesamt zehn Projekte betreue ich. Durch diese praktische Hilfe kommen wir immer wieder mit Menschen in Kontakt“, so Buße.

 

Marktplatz der Begegnung

Der Kontakt sei ohnehin ein zentrales Anliegen der Gemeinde. Nicht ohne Grund heißt das sozialdiakonische Angebot „Marktplatz der Begegnung“. Hier kommt man ins Gespräch, lernt neue Leute bei einem Kaffee kennen und kann ohne große Hürden Hilfen in Anspruch nehmen. „Wer neu im Stadtteil ist, bekommt hier Anschluss. Und auch Unterstützung, wenn diese gebraucht wird. Im Idealfall nimmt jemand erst unsere Angebote wahr, unterstützt später selbst ehrenamtlich und findet zum Schluss eine Ausbildung oder eine Anstellung in dem Bereich“, fasst Buße den idealen Kreislauf zusammen.

Gib mir fünf

Großen Zulauf hat das Sozialkaufhaus im vergangenen Sommer durch die Aktion „Gib mir fünf“ bekommen. Dabei haben Studenten fünf Teile kostenlos bekommen. „In der Pandemie sind viele Jobs für Studenten weggefallen. Und viele Studenten leben in der Vahr – da haben wir diese Aktion gestartet, um die Studenten zu unterstützen“, so Buße. So sei eine ganz neue Zielgruppe in das Sozialkaufhaus gekommen – junge Menschen, die sich für Nachhaltigkeit interessieren. „Dinge aus zweiter Hand zu kaufen ist für alle erlaubt, denn so ändert sich das Bewusstsein“, so Buße. Statt immer neu zu kaufen, könnte man schließlich auch auf Second Hand zurückgreifen – das sei nachhaltig und sozial. Schließlich sei vieles von sehr guter Qualität und noch in sehr gutem Zustand. „Jeder und jede darf bei uns einkaufen – dafür muss man nicht arm sein und man muss auch keine Angst haben, jemandem etwas wegzunehmen“, betont Buße. Es sei so viel gespendet worden, dass das gar kein Problem sei. Und die Einnahmen aus dem Sozialkaufhaus (1 Euro pro Teil) fließen wiederum in soziale Projekte zum Beispiel in die Aktion Mahlzeit (Mittagsessen für Kinder aus dem Stadtteil).

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Immer weiter entwickeln

Christoph Buße hat in den zehn Jahren schon vieles in der Gemeinde bewegt, doch seine sozialdiakonischen Pläne gehen noch weiter. „Als nächstes möchte ich den Marktplatz in einen Lernort verwandeln“, so der Leiter des Marktplatzes. „Wenn Menschen zu uns kommen und spenden ist das toll und gleichzeitig versuche ich die Menschen herumzuführen und unser Haus und unsere Arbeit zu zeigen.“ Ebenso machen manchmal Konfirmanden aus anderen Stadtteilen bei ihm ein Praktikum, um auch mal in einen anderen Stadtteil zu schauen – gewissermaßen über den Tellerrand. „Und wir wollen nicht nur versorgen, sondern auch Themen setzen und uns damit befassen – wie zum Beispiel Nachhaltigkeit.“  Deshalb wird gerade mit dem Senat zusammen ein Fest der Nachhaltigkeit vorbereitet.  Aktionsstände und Mitmachaktionen rund um die 17 Ziele zu Klima, Ernährung und Wasser laden am Samstag, 18. September 2021, in der August-Bebel-Allee 276, zwischen 11 und 14 Uhr zum Mitfeiern ein.

Hier mehr über das Fest der Nachhaltigkeit erfahren!

Menschen aus ganz Bremen sind willkommen

„Es ist wichtig, dass Menschen aus ganz Bremen zu uns kommen. Deshalb bin ich auch so froh, dass wir mit anderen Gemeinden kooperieren, wie mit St. Remberti und dem Dom“, so Buße. Die beiden Gemeinden haben Kleidercontainer aufgestellt und viele der Nachhilfelehrer sind auch aus der Remberti-Gemeinde. Durch solche Verflechtungen entstehen Kontakte zwischen den Menschen – etwas was Christoph Buße an seiner Arbeit begeistert, was man sofort merkt, wenn man mit ihm spricht. Er liebt seine Arbeit – und das auch, wenn sie manchmal einen Spagat verlangt. „Unser Marktplatz der Begegnung ist in einer Kirche und es bleibt eine Kirche. Wir bieten Andachten an und ein Adventsgottesdienst, zu dem 2019 immerhin 170 Menschen kamen“, so Buße. In der Heilig-Geist-Kirche ist alles auf Rollen montiert, so dass man schnell das Sozialkaufhaus in einen Gottesdienstraum und wieder zurück verwandeln kann. Dabei sei das eigentlich gar kein Widerspruch: „Dass die, die viel haben, mit denen teilen, die wenig haben, ist für mich auch eine Form von Gottesdienst.“

 

 

Das sind die zehn Stellen für Sozialdiakonie in Bremen:

Text: Regina Bukowski

Mehr über die Sozialdiakonie finden Sie in unserem Magazin:


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